Ein massiver Cyberangriff hat in Frankreich in der Nacht zum Montag mehrere Hundert Supermärkte getroffen. Den Angreifern sei es gelungen, Kühl- und Gefrierschränke in den Auftaumodus umzustellen, teilte ein Sprecher der Handelsgruppe Les Mousquetaires, zu der die Supermärkte Intermarché und Netto gehören, mit. Die Kühlschränke wurden daraufhin über Nacht stundenlang auf bis zu 50 Grad Celsius erhitzt. Lebensmittel verdarben und mussten entsorgt werden. Auch einige Brände wurden gemeldet. Frankreichs Finanzminister Roland Lescure bezifferte die Zahl der betroffenen Märkte inzwischen auf rund 700. Die Cyberkriminalitätseinheit der Pariser Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen aufgenommen.

Betroffen waren unter anderem Systeme des dänischen Kältetechnikherstellers Danfoss. Das Unternehmen erklärte, bei den meisten betroffenen Anlagen handele es sich um ältere Produkte, für die keine Software- oder Sicherheitsupdates mehr verfügbar seien. Danfoss rate seinen Kunden bereits seit Langem, auf neuere Systeme umzusteigen.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt angesichts der Vorfälle vor möglichen Nachahmern. „Die Vorfälle in Frankreich zeigen deutlich, wie Cyberangriffe unseren Alltag beeinflussen und stören können“, erklärte BSI-Präsidentin Claudia Plattner. Ein vergleichbarer Angriff könne jedes Land treffen. Das BSI empfiehlt daher, den direkten Zugriff aus dem Internet auf Steuerungssysteme zu unterbinden und stattdessen virtuelle private Netzwerke (VPN) sowie multifaktorgeschützte Zugriffe zu nutzen. Zudem sollten die Systeme auf dem aktuellen Stand gehalten und Sicherheitsupdates sowie Fehlerkorrekturen kurzfristig eingespielt werden.

 

Bildnachweis: Chat GPT

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